Samstag, 16. Oktober 2010

La fiesta de sembrar

Buenos días ins Herbstdeutschland!

Wieder ist eine Woche hier auf der Isla vergangen und der Sommer kommt! Die Zeit vergeht echt super schnell, jetzt bin ich schon einen Monat im Herzen Südamerikas und Langeweile ist bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Am Montag haben Benny und ich unseren Stundenplan für die nächsten Wochen bekommen, und dürfen neben Sport auch Mathe, Englisch und Computerunterricht geben. In Mathe versuche ich im Moment den Kids bis zur achten Klasse schriftliches Dividieren und Multiplizieren beizubringen und wiederhole die Zahlenreihen, weil davon kaum einer einen Schimmer hat. Gerade hab ich einen Test vorbereitet, damit sie merken, dass ich nicht der Clown bin, der sie belustigen will. Miri und Martin haben damit schon gute Erfahrungen gemacht, mal abwarten. So langsam werden wir hier auf der Insel auch nicht mehr als Touris sondern als Einheimische gesehen; wenn wir nachmittags mit Nelson arbeiten kommt von überall her: Hola Chonas, hola Benchamin, cómo están? Und vom Ältestenrat wurden wir auch akzeptiert und dürfen hier bleiben – was ein Glück.

Kindergarten

Der Alltag hier ist ein bisschen anders als in Deutschland, weil man mit der Sonne lebt. Früh aufstehen und früh ins Bett gehen. Das ist aber kein Problem, weil man tagsüber ziemlich viel laufen muss und abends öfters mal der Strom ausfällt und man deshalb nicht viel machen kann. Ziemlich abenteuerlich bei Kerzenschein zu kochen und dabei alte Inkageschichten von Nelson und Sol zu hören: über die versunkene Inkastadt ganz in der Nähe, auf der ein Fluch liegt, oder von seiner Oma, die fliegen konnte!


Unsere Mitbewohner

Gestern waren wir auf einer fiesta im Gebirge. Fast die gesamte Inselbevölkerung hat sich dort bunt kostümiert versammelt, um den Beginn der Aussaht zu feiern und sich mit genügend Essen und Flüssignahrung auf die kommenden Arbeitstage vorzubereiten. Wir saßen zusammen mit Nelsons Großfamilie und haben den traditionellen Tänzen und der Musikkapelle zugeschaut. Unsere Gastmutter Sol hat uns vorher eingetrichtert, ja nichts abzulehnen was uns angeboten wird, weil das als unhöflich gilt und den Gastgeber kränkt. Und die Bolivianer trinken und essen gerne und geizen nicht, erstrecht nicht bei Festen. Heißt: Der Rückweg am Abend hat etwas länger gedauert, aber wir hatten Spaß mit den Bolivianern und die mit uns;)

Fiesta de sembrar

Gesellig


ich, einer der Dorfaeltesten, Benny, Martin

Nelson, Cielo, Sol

Eine kleine Geschichte zum Schluss (ist mir grad passiert als ich mit den anderen hier nach Yumani gestiefelt bin):
Ich hab mich vor ein Lama gestellt und es fotografiert. Ploetzlich kommen drei Kinder angerannt:
-Du muss fuer das Foto bezahlen!
*Wieviel
-1 Boliviano!
*Nein.
-50 Centavos.
*Nein.
-Hm, eigentlich musst man garnichts bezahlen!

4 Kommentare:

  1. Hey Jonas,
    es ist schön zu hören dass es dir gut geht und so tolle Sachen erlebst!
    Ich hoffe der Test kommt "gut" an ;)

    Lass dich nicht übers Ohr hauen:)
    Liebe Grüße aus Hückeswagen
    Aylin :)

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  2. Hey Johnny ,
    hört sich ja alles echt cool an ;)
    Hab grad erst von Caro den Link bekommen und ich muss sagen das sich die Seite echt gut macht !!!
    Ich freu mich schon wieder auf unsere Proben und alles was dazu gehört :D

    Viel spaß noch und viele Grüße
    Michel :)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Hallu kleiner Chonas,

    das hoert sich doch wirklich ganz abenteurlich an.. vor allem deine gutenachtgeschichten. hoffentlich gruseln sie dich nicht allzu sehr. Freut mich zu hoeren, dass ihr nun auch vom dorfaeltesten akzeptiert wurdet und bleiben duerft. das ist ja echt mal eine komplett andere lebensweise.
    Ich habe gerade meine letzte schicht im kebabshop hinter mich gebracht und naecshte woche geht es endlich in unserem genialen van on the road. ich freu mich so.

    un besito aus neuseeland nach bolivien
    kathi

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